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"Wenn man anfängt zu vergessen, dann fangen die Probleme erst richtig an" - Kinonacht des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums

Am Abend des 25. Januar traf sich die Jahrgangstufe 1 des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums an der Mildred-Scheel-Schule zu einer gemeinsamen Kinonacht mit anschließendem Gedankenaustausch anhand psychoanalytischer Kenntnisse.

Im Mittelpunkt des Abends stand der Film „Hannas Reise“ von Julia von Heinz, der sich mit dem Leben einer jungen BWL-Studentin auseinandersetzt, die aufgrund einer Lüge über eine soziale Tätigkeit im Ausland für einige Zeit nach Tel-Aviv reisen muss, um dort in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung tätig zu sein.

Dort wird sie immer wieder mit der „Schuldfrage“ konfrontiert. Für Hanna steht fest, dass sie mit der Holocaust Generation nichts zu tun habe und verdrängt jeglichen Anlass, sich mit dieser Thematik erneut auseinanderzusetzen. Doch als sie von einer Holocaust-Überlebenden in einem israelischen Altenheim erfährt, dass ihre Großeltern ihre Mutter in einem Haus großzogen, das ehemals Juden gehörte und von den Nazis enteignet worden war, verändert sich ihre Einstellung. Wie ihre Mutter vor einigen Jahren möchte auch sie versuchen, sich bei den Verbliebenen der betroffenen Juden zu entschuldigen.

Nach der Vorführung des Films und dem darauffolgenden gemeinsamen Essen, das von den Klängen der Lehrerband untermalt wurde, waren die Schüler aufgefordert, sich unter der Leitung der Psychologielehrerinnen Frau Hellmann, Frau Andrzejczak und Frau Heizmann mit den psychoanalytischen Aspekten des Films auseinanderzusetzen. In Gruppen beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Todes- und Lebenstrieb, den man in der jüdischen Geschichte häufig auffinden kann, mit der Massenverdrängung der vergangenen Zeit in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und mit der Reise Hannas, die ihr einen Blick auf die Vergangenheit erlaubte und zeigte, dass man, selbst als junger Mensch, nicht bei der „Stunde Null“ anfangen kann.

Und auch der Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud würde zweifellos der Aussage zustimmen, dass sich jeder mit seiner Vergangenheit beschäftigen muss, denn, „wenn man anfängt zu vergessen, dann fangen die Probleme erst richtig an…“.

 

 

Letizia dos Santos (Text) und Claudia Heizmann (Fotos)

 

 

Eindrücke von einer bunten Kinonacht zur Psychoanalyse mit Klängen der Schüler- und der Lehrerband sowie köstlichem Kulinarischem
Eindrücke von einer bunten Kinonacht zur Psychoanalyse mit Klängen der Schüler- und der Lehrerband sowie köstlichem Kulinarischem
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