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Tauben beobachten am Böblinger See - Zwei Schüler schreiben über einen „literarischen Spaziergang“

Am Mittwoch, den 20. September 2017, machte sich der Literaturkurs der Mildred-Scheel-Schule Böblingen zu einem literarischen Spaziergang durch Böblingen auf.

Der frühe Morgen hing über den Dächern und draußen war es noch dunkel, als sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Literaturkurses in der Aula zusammenfanden. Jeder mit einem selbstgeschriebenen Gedicht in der Hand, standen wir da und versammelten uns um Frau Loch, die um unsere Aufmerksamkeit bat. Der literarische Spaziergang sollte beginnen.

Unsere erste Etappe sollte der schottische Rosengarten sein. Die ersten Schritte waren noch unruhig. Niemand wusste genau, was ihn erwarten würde. Doch kaum beim Rosengarten angekommen, teilte Frau Loch uns den Zweck des Spazierganges mit; unsere Aufgabe war es, die Umgebung mit all unseren Sinnen wahrzunehmen und daraufhin einen Bericht darüber zu schreiben.

So betraten wir den Rosengarten, der zu dieser Jahreszeit so gut wie keine Rosen trägt. Trotzdem blühte es, andere Blumen und wilde Sträucher waren überall zu sehen und zu riechen. Im Hintergrund hörte man Motorgeräusche, die ersten Bürger machten sich auf den Weg zur Arbeit. Wir hielten vor einem Stein, auf dem eine Rose neben einem englischen Gedicht des schottischen Dichters Robert Burns eingraviert war. „My love is like a red, red rose…“, so laß eine Schülerin das Gedicht vor und ließ den Rosengarten so trotz der Kälte lebendiger erscheinen.

Wir schritten weiter durch den Rosengarten, über die Straße, vorbei an ein paar Geschäften, über die Alba-Brücke und rein in die Stadt. Das Böblinger Stadtleben konnte man hören und sehen. Wir kamen direkt an einem blauen Haus vorbei, geschmückt mit einem Gemälde, das eine grüne Landschaft zeigte. Diese wirkte wie eine willkommene Abwechslung zum grauen Stadtleben. Wir versammelten uns um das Haus, redeten über das Gemälde und das erste Schülergedicht wurde vorgelesen. Durch das Herbstgedicht wurden einem die Vorboten des Herbstes bewusst. Sofort spürte man die Kälte, sah herumwirbelnde Blätter. Danach ging es weiter zum Marktplatz, wo an diesem Tag der Markt stattfinden sollte.Mit dem Erreichen des Marktplatzes, änderte sich die Atmosphäre. Es war still und heimisch. Keine Menschenseele hatte sich hier her verirrt.

Auch von einem Markt war nichts zu sehen, denn dieser findet überhaupt nicht auf dem Marktplatz statt. Wir ließen die Eindrücke des Marktplatzes auf uns wirken, informierten uns über wichtige Personen, denen Skulpturen auf dem Marktplatz gewidmet waren und genossen die Ruhe.

Unser neues Ziel war nun das Schloss, von dem ein einheimischer Dichter berichtete. Wir liefen viele Stufen hoch, es wurde noch stiller und der Wind wehte gleichmäßig. Doch oben angekommen, war von einem Schloss nichts zu sehen. Von hier oben hatte man einen freien Ausblick auf die Stadt Böblingen. Das Panorama war durch Hochhäuser und andere Bauwerke gekennzeichnet. Nun war Zeit für weitere Schülergedichte.

Wir stiegen die Treppen wieder herab und blieben vor dem Kirchturm stehen. Davor ein Kreuz. Man erwartete die übliche Jesus-Figur zu sehen und wollte sich schon fast abwenden, als einem auffiel, dass etwas ganz anderes an dem Kreuz hing - ein bemalter Baum. Für mich war der Baum ein Symbol des Lebens, genau wie Jesus es ist.

Ein paar Meter weiter fanden wir ein weiteres interessantes Bauwerk, hergestellt aus Metall, sollte es ein Symbol gegen die Müllverbrennung sein. Aber auch ein Symbol der Industrialisierung, wie ein Schüler interpretierte.

Mittlerweile war es hell, der Himmel wurde klarer, die Hoffnung auf gutes Wetter keimte in uns auf. Euphorisch liefen wir weiter, kamen wieder zur Alba Brücke, wo wir einen Halt einlegten. „Wir sollten Brücken statt Mauern bauen“, so die Botschaft eines Gedichtes, das Frau Loch uns vortrug. Um uns herum wurde es wieder lauter, die Motorgeräusche drängten sich wieder in den Vordergrund. Doch wir konzentrierten uns weiter auf die Literatur, Schülergedichte halfen uns dabei.

Langsam wurde es Zeit, nachhause zu gehen. Für uns hieß das: zurück zur „Lernkaserne“. Doch vorher blieben wir noch einmal stehen, sammelten Eindrücke über den Spaziergang und es wurde ein abschließendes Schülergedicht vorgetragen.Insgesamt empfand ich den literarischen Spaziergang als sehr schön. Die Zeit war perfekt, um etwas zur Ruhe zu kommen und zu sich selbst zu finden. Die Gedichte halfen dabei, die Umgebung intensiver wahrzunehmen und die Details besser wahrzunehmen. Der literarische Spaziergang ermöglichte es mir, Böblingen von einer ganz neuen Seite sehen und erleben zu können. Er war eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag und ein wirklich tolles Erlebnis.

Katharina Kungel (S13/1)

 

Wenn der Literaturkurs von Frau Loch für eins bekannt ist, dann wohl für die von ihr unternommenen sogenannten „literarischen Spaziergänge“ mit den Schülerinnen und Schülern der 13. Klasse. Für unsere Unternehmung am 20. September hatten wir ursprünglich auf besseres Wetter gehofft, ließen uns jedoch vom bedeckten Himmel nicht von einem solchen Spaziergang abbringen.

Von der Mildred-Scheel-Schule aus liefen wir gegen 7.45 Uhr unter der Führung von Frau Loch die Straße entlang zum Stadtgarten hoch. Schon auf dem Hinweg ließen wir uns von Eindrücken aus unserer Umgebung berieseln: Menschen, die leicht gestresst, durch die Straßen laufen, sowie Bäume, Pflanzen, Blumen, welche am Gehweg entlang das städtische Flair angenehm mitformen sollen. Am See des Stadtgartens angekommen, las unsere Lehrerin uns ein zur Jahreszeit passendes Gedicht vor, gefolgt von einem Schülergedicht, das jeder von uns auf diese Stunde hin als Hausaufgabe verfasst hatte. Im Weitergehen machte uns Frau Loch erneut auf unsere Umgebung aufmerksam, etwa die am See zahlreich versammelten Tauben oder die Rosenbeete, welche noch in voller Blüte den Park schmücken. Der Himmel war trüb und leuchtete von kühl grellem Licht. Einige von uns liefen zügiger, um bei den noch ungewohnt niedrigen Temperaturen nicht zu frieren. Wir liefen weiter unter Tannen hindurch, die größtenteils grün, von vereinzelt braungefärbten Zweigen herbstlich anmuteten.

Daraufhin zogen wir am nächsten Böblinger-See vorbei, zum alten Marktplatz hin, der sich trotz des allwöchentlichen Marktes leer und verlassen vor uns präsentierte. An den Mauern mit prachtvollen Blumen zur Geltung gebracht beeindruckte er durch seine so warm und unherbstlich wirkenden Züge. Nach kurzer Besichtigung und einem weiteren Gedichtvortrag gingen wir voran, auf eine Mauer mit Treppe zu, über die wir auf einen erhöhten Platz gelangten. Rings um einen großer Brunnen mit der Statue eines jungen, bärtigen Mannes verlaufen rötliche Pflastersteine hin zu alten, melancholisch anmutenden Fachwerkhäusern, sowie weniger alten Wohnhäusern. Wir liefen einen leichten Anstieg hinauf, der in einer Treppe mündete, welche uns zu einer Aussichtsplattform  mit Kirche brachte. Hier verweilten wir ein weiteres Mal und ließen die Eindrücke auf uns wirken: Mit Blick auf die kleinen, eng aneinander gereihten Häuserdächer in der Stadt unten hörten wir uns ein weiteres Gedicht an, das unsere Lehrerin, wie auch die anderen, von einst regional ansässigen Dichtern ausgewählt hatte, um den Bezug zum jeweiligen Standpunkt zu gewährleisten. Außerdem wurde noch eines der herbstlichen Schülergedichte vom „literarischen Spaziergang“ der vorigen Woche vorgetragen.

Langsam machten wir uns wieder auf den Rückweg zur Schule, mit einem letzten Halt am See und zwei abschließenden Schülergedichten der besagten Serie. Schlussendlich an einer Ampel kurz vor der Schule angekommen, trennten sich die Wege der verschiedenen Schülergruppierungen und unserer Lehrerin. Damit haben wir unseren zweiten literarischen Spaziergang im Böblinger-Zentrum etwa um 9:10 Uhr hinter uns gebracht.

Hannes Pfeiffer (S13/2)

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