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Night of Psyche mit zwei Bands und vielem mehr - Kino trifft Psychoanalyse

Zum ersten Mal fand in der Adventszeit die "Night of Psyche" für die 12. Klassen des Sozialwissenschaftlichen Gymnasiums (SG) statt, ein Event, das einen Überraschungsfilm mit der Psychoanalyse verbindet. Passend zum Anlass wurden die Schülerinnen und Schüler im Foyer der Mildred-Scheel Schule (MSS) mit Punsch und Lebkuchen begrüßt.

Die Schülerband mit Irina Hägele, Marcos Frey und David Gabriel – alle aus der 11. Klasse des Biotechnologischen Gymnasiums - sorgte für eine angenehme und lockere Atmosphäre.

Nachdem sich die 90 Schülerinnen und Schüler, die in den letzten Wochen die Psychoanalyse von Sigmund Freud im Unterricht durchgenommen hatten, in einem umgestalteten Konferenzraum eingefunden hatten, wurden sie von Daniela Andrzejczak im Namen des Vorbereitungsteams begrüßt und in das Thema eingeführt.

Sigmund Freud machte als Erster die "Macht des Unbewussten" populär. Keiner vor ihm stellte derart die Macht des Unbewussten sowie die Bedeutung der Kindheit in den Mittelpunkt. Damals wurde Freud von manchen als Spinner bezeichnet, da er sich mit dem Verdrängen unangenehmer Erlebnisinhalte bzw. des wahren Selbst der Menschen beschäftigte. Die heutige Hirnforschung stimmt Freud inzwischen zu, dass bereits in jungen Jahren eine emotionale Konditionierung stattfindet und das Unbewusste auf Hochtouren arbeitet.

So sagt Freuds berühmtes Instanzenmodell aus, dass das "Ich" nicht Herr im eigenen Haus ist, wir also nicht all unsere Handlungen bewusst vollziehen. Das sogenannte "Über-ICH" steht für Moralvorstellungen, das "ES" hingegen macht es sich zum Ziel, die Triebwünsche auszuleben. Da diese beiden Instanzen nicht die gleiche Meinung teilen, wägt das "ICH" zwischen den Forderungen des "ES" und des "Über-ICH" ab und gleicht sie mit der Realität ab, sodass es zu bestimmten, nach Freud zu einem determinierten, von der individuellen Lebensgeschichte abhängigen Verhalten kommt.

Dies wurde auch in dem Überraschungsfilm "Billy Elliot" klar, der von dem jungen Billy handelt, der in seiner Freizeit im Verein boxen lernte, doch mit der Zeit eine Leidenschaft für Balletttanzen entwickelte. Parallelen zu der Psychoanalyse zeigte der Film mit den homosexuellen Neigungen von Billys Freund, da Freud die sexuellen Triebe besonders hervorhob und sagte, dass in der sogenannten "phallischen Phase", die im Kindesalter zwischen vier und fünf Jahren auftritt, das Entdecken des eigenen Geschlechtsteiles den Grundstein für die spätere Beziehung mit einem Partner legt. Es geht in Billy Elliot um Verdrängung, Fixierung, um adoleszente Entwicklung bzw. Selbstverwirklichung.

Billys Vater akzeptierte Billys Liebe zum Ballett nur schwer, weshalb er diese zuerst geheim hielt. Durch regelmäßiges Training mit seiner Tanzlehrerin wurde Billy immer besser und später sogar von einer berühmten Ballettschule in London aufgenommen. Aus ihm wurde ein Profi-Tänzer.

Nach dem Film stärkten sich alle am Büffet, für das jeder Fingerfood mitgebracht hatte, diesmal begleitet von Uli Bauer, Bernhard Derek und Hans-Martin Walker, der MSS-Lehrerband. Weiter ging es mit "Bingo", bei dem die Schülerinnen und Schüler in einem "Buchstabensalat" zehn psychoanalytische Begriffe suchen mussten. Dazu notierten sie in Arbeitsgruppen Assoziationen zu den Begriffen auf Plakaten. Zum Beispiel wurde der Begriff "Ödipale Bindung" mit "Tanzlehrerin als Ersatz für die tote Mutter" verbunden. Die Ergebnisse wurden in der folgenden Woche im Psychologie-Unterricht in den einzelnen Klassen ausgewertet und interpretiert.

Jana Niepel, Katja Michel (SG 12/1, Text) und Steffen Straube-Kögler (Fotos)

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