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„Direktmandat für Tobias Bacherle, AfD nicht im Bundestag“ - Überraschende Ergebnisse bei Juniorwahl an Mildred-Scheel-Schule

In der Woche vor der Bundestagswahl fand an der Mildred-Scheel-Schule (MSS) nach 2013 zum zweiten Mal das Projekt Juniorwahl statt, das dieses Jahr von Gemeinschaftskundelehrer Steffen Straube-Kögler organisiert worden war.

Wahlberechtigt war rund ein Viertel der insgesamt 1140 Schülerinnen und Schüler. Diese kamen aus elf Klassen und vier verschiedenen Schularten: dem sechsjährigen Beruflichen Gymnasium der Fachrichtung Ernährung-Gesundheit-Soziales, der Berufsfachschule Hauswirtschaft, dem Berufskolleg Pflege und dem dreijährigen Beruflichen Gymnasium.

 

Bei der Juniorwahl geht es darum, junge Menschen Demokratie üben und erleben zu lassen. Es gibt sie seit 1999 bundesweit zu Europawahlen, Bundestagswahlen und Landtagswahlen. Bislang nahmen 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler daran teil, damit ist die Juniorwahl das größte Schulprojekt zur politischen Bildung. Es wird von einem überparteilichen Berliner Verein durchgeführt und von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.

 

An der Böblinger Schule wurden die Schüler zuerst in Unterrichtsstunden informiert, in denen Themen wie Wahlkreis- und Spitzenkandidaten, Slogans, absolute Mehrheit und Wahlprogramme im Mittelpunkt standen - abschließend ging es dann an die Wahlurne. Die deutschlandweiten Ergebnisse der Juniorwahl wurden am Wahlsonntag unter www.juniorwahl.de bekanntgegeben.

 

Hier nun das Ergebnis bei den Zweitstimmen, das sich vom „wirklichen Leben“ deutlich unterschied: Die CDU belegte mit 30,5% zwar auch an der MSS den ersten Platz, aber auf dem zweiten Platz landeten die Grünen mit 23,6%. Die SPD wurde mit 17,9% Dritter vor FDP (6,9 %) und Linke (5,3 %). Die AfD erlangte lediglich 4,9% und wäre somit an der 5%-Klausel gescheitert.

Wenn es nur nach den Erststimmen der Mildred-Scheel-Schüler gegangen wäre, hätte Grünen-Kandidat Tobias B. Bacherle mit 31,4% direkt den Einzug in den Bundestag geschafft und nicht Marc Biadacz von der CDU, der mit 28,6% rund 10 % weniger als bei der „Erwachsenenwahl“ erhielt. Jasmina Hostert (SPD) schnitt mit 25,3% besser ab, während Florian Toncar (FDP), Richard Pitterle (Linke) und Markus Frohnmaier (AfD) weniger Prozente bekamen als im richtigen Leben. Von den Wahlberechtigten 283 Schülerinnen und Schüler gaben insgesamt 249 ihre Stimme ab, was einer Beteiligung von knapp 88 % entspricht.

Bei der Wahlnachlese gab es ein positives Fazit von Schülerseite: „Wir erlebten das ganze Projekt als einmalige Erfahrung. Die 18jährigen unter uns haben sich erst durch die Podiumsdiskussion im Juli und dann durch die Juniorwahl sehr gut auf die bevorstehende Bundestagswahl vorbereitet gefühlt. Sie ermöglichte es allen Beteiligten, einen Überblick über die verschiedenen Parteien und ihre Wahlprogramme zu erhalten und zeigte uns, wie spannend Politik sein kann.“

 

Corinna Arnold und Katharina Kungel (S13/1)

 

 

Großer Andrang im „Wahllokal“, zu dem ein Klassenraum der Mildred-Scheel-Schule umfunktioniert worden war
Großer Andrang im „Wahllokal“, zu dem ein Klassenraum der Mildred-Scheel-Schule umfunktioniert worden war
Bericht in der Sindelfinger Zeitung vom 10.10.2017
Bericht in der Sindelfinger Zeitung vom 10.10.2017
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