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„Das Ich ist nicht Herr im eigenen Haus“ - Kino und Psychoanalyse im Sozialwissenschaftlichen Gymnasium

Am Freitag, 26. Januar, wurden die 12er des SG an der Mildred-Scheel-Schule zu einem psychoanalytischen Abend mit Kinofilm eingeladen. Empfangen wurden sie im Foyer mit Punsch und Knabbereien um 17.15 Uhr. Danach wurden die circa 80 Schülerinnen und Schüler in dem zum kinotauglich umfunktionierten Raum 217 von der Lehrerband mit etwas Jazz in eine angenehme Lounge-Stimmung versetzt.

Daniela Andrzejzcak, Fachlehrerin für Pädagogik und Psychologie, gab eine Einführung in den psychoanalytischen Abend, bei der sie die Individualität jedes einzelnen und dessen jeweiliges Ich, Es und Über-Ich betonte. Dass Sigmund Freud kein Spinner war und unser Unbewusstes auf Hochtouren läuft, belegt inzwischen sogar die Hirnforschung. „Wenn die Vergangenheit so viel Macht hat, ist das ICH also gar nicht Herr im eigenen Haus“, stellte die Psychologie-Lehrerin fest. „Wir alle haben Erlebnisse verdrängt und vergessen. Im KINO können wir Emotionen, Ängste, Konflikte und Verletzungen aus sicherem Abstand miterleben. Was uns und wie uns etwas anregt oder aufregt, hängt von unserem Archiv an Gespeichertem ab.“

Eine kleine Einführung in den Film „Jenseits der Stille“ bekamen die Schüler anschließend von Damaris Dannenmann, Referendarin an der MSS. Und dann ging es auch schon sofort los mit dem Film. Er erzählt die Geschichte von Lara, die als Tochter gehörloser Eltern in einer kleinen Stadt in Süddeutschland aufwächst. Lara selbst ist hörend und beherrscht die Gebärdensprache und dolmetscht von klein auf wichtige Dinge im Leben der Eltern. Durch ihre Tante Clarissa entdeckt sie die Klarinette und die Liebe zur Musik für sich. Trotz der Abneigung ihres Vaters gegen Laras Liebe zur Musik und zu seiner Schwester und dem plötzlichen Tod ihrer Mutter und weiteren Hürden, schafft es Lara am Ende zur Aufnahmeprüfung an eine renommierte Musikakademie in Berlin. Auch ihr Vater befreit sich am Ende von den Fesseln seiner schwierigen Vergangenheit und akzeptiert Laras Wunsch, Musikerin zu werden.   

Nach dem Film gab es eine Pause, in der man von den zahlreichen Snacks, die jeder Mitschüler mitbringen sollte, schnabulieren konnte. Es gab Blätterteig-Schinken-Croissants, Pizza-Stückchen, Chips, Obst Häppchen, Batman-Kekse und vieles mehr. Währenddessen lieferte die Lehrerband erneut eine akustische Untermalung des Abends. Mit „Killing me softly“ schufen sie eine tolle Atmosphäre und die drei Klassen kamen untereinander in Kontakt. Als letzten Punkt des Abendprogramms teilten sich die Schüler in Gruppen auf, zogen die "psychoanalytische Brille" auf und analysierten das Verhalten, die Entwicklung und die Ängste des Vaters. 

Es war ein gelungener Abend, mit toller Musik, leckeren Snacks und einem einprägenden Film.

Melissa Stangl und Jonathan Schnitzler (S12/3)


Alle Jahre wieder findet die Filmnacht zur Psychoanalyse in den 12. Klassen des SG statt – mit Snacks, Jazz, vielen Gesprächen und in guter Stimmung.

DSB
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