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Auf dem Weg zur "Mildred-Scheel-Schule" oder:

Warum sich die Lehrerinnen und Lehrer des Hauswirtschaftlichen Schulzentrums Böblingen für den Namen "Mildred-Scheel-Schule" entschieden haben. 

Mitte der 1980er Jahre wurde im Kollegium der heutigen Mildred-Scheel-Schule immer häufiger der Ruf nach einem angemessenen Schulnamen laut: Hauswirtschaftliche Schulzentren gab es eine ganze Reihe in Baden-Württemberg, die Schulen hatten zwar vielfältige Bildungsgänge, aber die Schulen waren für den Außenstehenden austauschbar, hatten wenig Individualität und nur ein unscharfes Profil.

Nach einigen weniger geeigneten Vorschlägen brachte schließlich der Kollege Reinhard Glasstetter den Namen der 1985 verstorbenen ehemaligen First-Lady (1974-1979), Mildred Scheel ins Spiel. Für sie sprach eine ganze Reihe von Argumenten, die mit den Zielsetzungen einer Hauswirtschaftlichen Schule, einer ehemaligen Frauenberufsschule, in Einklang gebracht werden konnten:

  • ihr Einsatz für Kinder und Jugendliche schlechthin (Schirmherrin UNICEF, 1974-79)
  • ihr Einsatz für Mütter (Schirmherrin Müttergenesungswerk, 1974-79)
  • die Gründung der Deutschen Krebshilfe (25.09.1974)
  • die Gründung des Mildred Scheel Kreises (07.11.1977, Förderverein der Deutschen Krebshilfe)
  • ihre mehrmalige Wahl zur Frau des Jahres (1977, 1978, 1979)
  • ihr Motto: "Wer will, der kann …"

In einer Zeit, als es nicht selbstverständlich war, dass die Ehefrau eines Politikers oder eines Repräsentanten des Staates aus dem Schatten ihres Ehemannes heraustritt, gründete die Röntgenologin Mildred Scheel die Organisationen, die heute noch Bestand haben. Gleichzeitig war und ist sie ein Beispiel für die Emanzipation der Frau, ihrer Autonomie und Autarkie, immerhin hatte Mildred Scheel ihre erste Tochter Cornelia zunächst alleine aufgezogen. Insofern ist der Name Mildred Scheel auch Garant für ein wachsendes Selbstbewusstsein der Schülerinnen an der Schule, die sich ihres Könnens und ihrer Fähigkeiten bewusst sind und ihren selbst bestimmten Weg gehen wollen.

Das Profil unserer Schule hat sich in den vergangenen 20 Jahren nicht unerheblich gewandelt: der hauswirtschaftliche Bereich wurde Veränderungen unterworfen, die Ernährungswissenschaften, die Biotechnologie und die Sozialwissenschaften sind die tragenden Säulen der gymnasialen Oberstufe, dazu kommen Gesundheit und Pflege in neuen Schularten, ein Ganztagesangebot im Berufskolleg und die Schaffung einer Berufsvorbereitenden Einrichtung, die das Angebot der Schule im Sinne ihrer Namensgeberin vervollständigen. Der Name Mildred Scheel und das Profil der Schule bilden ein sinnvolles Ganzes.

Der formale Weg der Namensgebung sei nur kurz skizziert: Anfrage bei Walter Scheel wegen der Namensrechte, seine Zustimmung, Genehmigung durch den Kreistag, das Oberschulamt etc., der feierliche Akt der Namensgebung unter Anwesenheit von Walter Scheel.

Mittlerweile hat nahezu jedes Hauswirtschaftliche Schulzentrum einen Identität stiftenden und Profil gebenden Namen, oftmals den Namen einer Frau.

Richard Stollenmaier, 07.08.2011

 

 

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